Kybernetik
Aus der Definition der Informatik als "Wissenschaft, Technik und Anwendung der maschinellen Verarbeitung und Übermittlung von Informationen" schlossen wir, dass es eine weitere Disziplin geben müßte, bei der die Information "natürlich" - also nicht maschinell - verarbeitet wird. Wir begaben uns deshalb auf die Suche nach einer Überinformatik - einer Meta-Informatik. Schnell erkannten wir, dass die Kybernetik, begründet von Norbert Wiener, diese Disziplin sein kann.
Die Kybernetik befasst sich mit "der Struktur dynamischer Systeme, den in ihnen bestehenden Beziehungen und ihrem Verhalten." (Arbeitsbuch Wirtschaftsinformatik) Das erste kybernetische Experiment war das Messen elektrischer Impulse bei der Stimulation eines Tiermuskels. Im Rahmen der Kybernetik wurde die Informationstheorie nach Shannon und die Regelungstheorie/Systemtheorie entwickelt. Die Informationstheorie bildet eine wesentliche Grundlage der Informatik.
Wir haben versucht die Denkweise der Kybernetik nachzuempfinden, in der Hoffnung, evt. für uns Wirtschaftsinformatiker neue Lösungsansätze in anderen Disziplinen entdecken zu können.
Die Wirtschaftsinformatik untersucht das Schnittgebiet zwischen Informatik und Betriebswirtschaftlehre. Man könnte auch sagen, sie befasst sich mit "der Struktur dynamischer Systeme, den in ihnen bestehenden Beziehungen und ihrem Verhalten.", d.h. sie ordnet sich damit nahtlos in die kybernetsiche Denkweise ein. Mit der Zeit ist aus der Wirtschaftsinformatik eine eigene Wissenschaft entstanden mit Fächern, die in keiner der beiden Mutterdisziplinen zu finden sind. Dazu zählt z.B. das Informationsmanagement oder die Geschäftsprozessmodellierung.
Der spannende Charakter der Wirtschaftsinformatik resultiert weiterhin aus dem völlig unterschiedlichen Charakter der beiden Mutterdisziplinen. Die Informatik ist eine Naturwissenschaft, die sich durch klar formulierbare Gesetze definieren lässt. Die Betriebswirtschaftslehre hingegen ist eine Gesellschaftswissenschaft, die ihre Erkenntnisse oftmals auf empirische Untersuchungen stützen muss und bei der psychologische Faktoren eine große Rolle spielen.
Der Wirtschaftsinformatiker ist somit das Bindeglied zwischen den beiden Welten und muss oft sehr unterschiedliche Anforderungen gleichzeitig erfüllen. Im Laufe der letzten 50 Jahre haben sich eine Reihe von "Querschnittsdisziplinen" entwickelt. Die Kybernetik untersucht den Charakter und die angewandten Methoden der einzelnen "Querschnittsdisziplinen", um allgemeingültige Gesetze aus dieser Betrachtung ableiten zu können. Auch hier kann der Wirtschaftimformatiker Wissen einbringen um vielleicht Weisheit zu gewinnen.
Wir haben versucht die Denkweise der Kybernetik nachzuempfinden, in der Hoffnung, evt. für uns Wirtschaftsinformatiker neue Lösungsansätze in anderen Disziplinen entdecken zu können.
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